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Im Rahmen des Modellprojektes MB-Reha Südbaden haben sich drei zentrale Faktoren ergeben, welche für den Integrationserfolg der Berufscoaches maßgeblich verantwortlich sind:
Wichtig ist, dass der Berufscoach bereits während des Klinikaufenthalts von den Patienten als ein Experte wahrgenommen wird, der bewusst weder Mitarbeiter der Klinik noch des Kostenträgers ist. Damit übernimmt er die Rolle, die Beteiligten dabei zu unterstützen, ihren Blick auf die Zukunft „nach der Klinik“ zu richten, - ihren Alltag – in dem sie eigenständig entscheiden und handeln müssen, um die nächsten Schritte zu einer erfolgreichen Wiedereingliede-rung gehen zu können.
Der Berufscoach wird nicht als Vertreter eines Kostenträgers wahrgenommen, bei dessen Überlegungen häufig die Vermeidung von Kosten und die Einhaltung eines Finanzbud-gets vermutet wird. Wenn Vorschläge für künftige Rehamaßnahmen im Raum stehen, so hat der Berufscoach vielmehr primär nach der Effektivität im Rehabilitationsprozess zu schauen, um auf dieser Basis die kostengünstigste Variante vorzuschlagen. Um keine Alternativen ohne Hoffnung auf Realisierung vorzuschlagen, benötigt der Berufscoach hier eine gute Kenntnis der Leitlinien, unter denen die Finanzierung etwaiger Rehamaßnahmen durch die Kostenträger übernommen wird.
Der Berufscoach wird zudem nicht als Mitarbeiter des Klinik-Teams wahrgenommen, das interprofessionell Entscheidungen herbeizuführen hat, die zuweilen für den Patienten auch nachteilig erscheinen können. Hier ist der Berufscoach durch seine Unabhängigkeit in der Lage, einen Neuanfang des Denkens einzuleiten: „Vielleicht hat das Team ja doch nicht so unrecht?“ „Vielleicht sollte ich mich ja doch so langsam nicht mehr als kranker Patient empfinden, sondern mich auf meine eigenen Zukunftsbeine stellen?“ Um keine Widersprüchlich-keit zu Aussagen des therapeutischen Teams zu erzeugen, benötigt der Berufscoach umfassende Informationen vom Klinikteam, um dessen Aussagen zu kennen.
Wichtig zudem: Der Berufscoach wird als verstehender und unterstützender Mitmensch wahrgenommen, ein Coach, der den Klinikpatienten aus seiner oftmals passiven Rolle des „zu Therapierenden“ in die Rolle des Reha-Akteurs herausführt, der sich bereits in der Klinik aktiv mit seinem zukünftigen Berufsalltag auseinandersetzt. In dieser Funktion sieht der Berufscoach das gesamte Lebensumfeld des Menschen, nicht nur das rein berufliche Umfeld. Berufstätigkeit und das so genannte „Privatleben“ stehen oft in engem Zusammenhang und beeinflussen sich wechselseitig. Dieses Wechselspiel gilt es ebenfalls, möglichst umfassend auf Grund von Vorinformationen in Erfahrung zu bringen. Alles Expertentum des Berufscoaches in Fachfragen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass keine Information in das Motivationspotential eines Patienten eindringt, wenn es nicht durch eine Persönlichkeit vertrauenswürdig vermittelt wird. Die persönliche Kompetenz des Berufscoaches entscheidet damit ganz wesentlich darüber mit, wie der Wiedereingliederungserfolg ausfällt.
Besonders wichtig: Ein Berufscoach besitzt langjährige praktische Erfahrungen in berufsorientierender, -bildender und –integrierender Arbeit. Berufscoaches pflegen zudem intensive Kontakte zu regionalen und z. T. überregionalen Unternehmen (Geschäftsführungen, Personalverantwortliche, Betriebsräte, Betriebsmediziner). Eine spezifisch beruflich orientierte Rehabilitationseinrichtung bietet die optimale strukturelle Grundlage für ein schnelles und fallspezifisches Arbeiten des Berufscoaches:
Das Fachteam des ZBG besteht aus Personalfachkräften, kaufmännischen Fachkräften, Volks- und Betriebswirten, Dipl. Psychologen, Berufs- Sozial- und Diplompädagogen. Die Kollegen besitzen Mehrfachqualifizierungen in verschiedenen Berufsrichtungen. Zusätzlich haben sich die Kollegen in methodischen, beratenden und therapeutischen Bereichen fortgebildet und sind somit sehr flexibel auf den Einzelfall vorbereitet (IT, Moderation, Mediation, Gesundheitsförderung, Coaching, NLP, Focusing, konzentrative Bewegungstherapie, systemische Beratung und Therapie).
Ein Schwerpunkt der Tätigkeit der Berufscoaches liegt in der Nachbetreuung der Patienten. Insbesondere bei kritischen Arbeitsverhältnissen bzw. bei Dauerarbeitslosigkeit der betreuten Patienten ist eine vertrauensvoll stärkende und beruflich kompetente Begleitung nach dem Klinikaufenthalt für den erfolgreichen beruflich-medizinischen Rehabilitationsprozess der Patienten von Bedeutung.
Auf dieser Basis ist der Einsatz von Berufscoaches wie folgt zu beurteilen: